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TEM (Transanale endoskopische Mikrochirurgie)
von R. Schmiederer
Für eine Vergrößerung klicken Sie bitte auf eines der Bilder.
Polypen im Mastdarm sind Vorstufen des Mastdarmkrebses.
Das Entartungsrisiko liegt je nach histologischem Typ bei 20 - 50 %. Konsequente Vorsorgeuntersuchungen und die rechtzeitige Entfernung der Polypen stellen eine wirksame Krebsprophylaxe dar.
Bis zu einer Größe von 2 cm können sie in der Regel mit einer einfachen Coloskopie (Darmspiegelung) und einer Schlinge abgetragen werden. Größere Polypen müssen operativ entfernt werden.
Je weiter entfernt sie vom Anus (Ausgang) sind, desto eher muss dabei ein Bauchschnitt gemacht werden. Hat sich aus dem Polypen bereits ein Krebs entwickelt, und liegt dieser nahe des Anus, muss fallweise ein künstlicher Darmausgang angelegt werden.
Eine moderne Operationstechnik, die Transanale endoskopische Mikrochirurgie (TEM), ermöglicht die Abtragung von großen Mastdarmpolypen und von Mastdarmkrebs im Frühstadium ohne Bauchschnitt und ohne Anlegen eines künstlichen Darmausganges.
Mit einem Spezialinstrumentarium (Operationsrektoskop) können Mastdarmpolypen, gutartige Mastdarmtumore und Frühstadien des Mastdarmkrebses bis zu 24 cm Entfernung vom Anus operiert werden. Durch Gasdehnung mit CO2, Beleuchtung und Vergrößerungseffekt des optischen Systems ist eine exakte mikrochirurgische Präparation in der richtigen Schicht möglich.
In kurzen Schritten wird die Operationstechnik beschrieben und illustriert.
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1. Einstellung und Markierung des Resektionsrandes mit Sicherheitsabstand
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2. Präparation mit elektrischem Strom
Bei Polypen muss nur die Schleimhaut (innere Schicht) entfernt werden = MUKOSEKTOMIE
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Bei Mastdarmkrebs muss die gesamte Wanddicke entfernt werden = VOLLWANDEXCISION
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3. Bergung des Polypen und Vorbereitung für die Histologie
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Abheilung (Kontrolluntersuchung: Narbe nach ½ Jahr)
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Die TEM ist eine minimal invasive Operationsmethode mit geringer Patientenbelastung und niedriger Komplikationsrate. Nach der Operation ist der Patient nahezu völlig schmerzfrei. Er kann am Operationstag aufstehen. Die Nahrungsaufnahme ist je nach Resektionstiefe ab dem 1. oder 3. Postoperativen Tag möglich.
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