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ERCP - Die Endoskopisch Retrograde Cholangio-Pancreaticographie

ERCP Die ERCP nimmt eine Sonderstellung im Bereich der flexiblen Endoskopie ein, da es sich dabei um eine endoskopisch radiologische Kombinationstechnik handelt. In den letzten Jahren wurden die therapeutischen Möglichkeiten der ERCP derart weiterentwickelt, dass in einer Vielzahl der Fälle aufwendige operative Eingriffe nicht mehr notwendig werden. Indikationen für eine ERCP sind Steine oder Verengungen im Gallengang oder spezielle Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse.

Technik

Der Hauptgallengang mündet gemeinsam mit dem Gang der Bauchspeicheldrüse in den Zwölffingerdarm. Dieser kann leicht mit einem Endoskop nach Passage durch den Magen erreicht werden. Zum Unterschied zu einer Magenspiegelung erfolgt die Untersuchung in Bauchlage. Üblicherweise wird auch eine leichte Sedierung während der Untersuchung verabreicht. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die Optik nicht an der Spitze, sondern seitlich davon angebracht ist.

Sobald das Endoskop im Zwölffingerdarm positioniert ist, wird die Papille eingestellt. Dies ist der gemeinsame Ausführungsgang von Galle und Bauchspeicheldrüse. Durch einen Kanal im Endoskop wird eine dünne Kanüle in den Gallengang vorgeschoben und mit einem Kontrastmittel aufgefüllt. An dieser Stelle kommt das Röntgen zum Einsatz und stellt die Diagnose. Stellt sich der Gallengang unauffällig dar, ist die Untersuchung in dieser Hinsicht beendet. Da die Indikation zu einer ERCP eher streng gestellt wird ist dies jedoch nur selten (10%) der Fall.

Wie kommt der Stein heraus?

Besteht laut Röntgen der Verdacht auf einen Stein im Gallengang, so wird die Entfernung desselben sofort angestrebt. Zunächst muß die Papille erweitert werden um den Stein zu bergen. Zumeist wird die Papille mit einem speziellen Instrumentarium (Papillotom) endoskopisch eingeschnitten. Anschließend wird der Stein mit einer Drahtgitterkörbchen gefangen und entfernt. Eine weitere Methode besteht darin eine Sonde mit einem aufblasbaren Ballon am Stein vorbei zu führen. Dann wird der Ballon gefüllt und zurückgezogen, wodurch auch der Stein aus dem Gang geschoben wird. Gelegentlich ist der Stein derart groß, dass er zunächst noch verkleinert werden muss. Ein Lithotrypter ("Steinzertrümmerer") kann auf mechanischem Weg, durch Ausüben von Druck wie mit einer Zange das Konkrement fragmentieren. Dies gelingt auch durch Ultraschallsonden, die bis an den Stein vorgebracht werden. Anschließend werden die übrig gebliebenen Brösel aus oben beschriebenen Weg entfernt.

Wenn die Galle nicht mehr fließt

Engstellen im Gallengang (durch Tumoren, Entzündungen oder Narben) können durch Drainagen kurzfristig entlastet werden. Eine dauerhafte Therapiemöglichkeit ergibt sich bei chirurgisch nicht operablen Veränderungen durch das Einbringen von Maschendrahtkanälen. Diese werden an der Stelle der Verengung platziert und dort enfaltetet. Durch das Maschendrahtgefüge wird die Engstelle auch gegen einen großen Widerstand dauerhaft offen gehalten.

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