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Diagnose

Diagnose Polypen im Enddarmbereich können oft sogar durch den tastenden Finger (rectale digitale Untersuchung) diagnostiziert werden.
Durch einen Einlauf mit Röntgenkontrastmittel und anschließendem Einblasen von Luft könnten nach einer entsprechenden Vorbereitung bereits die meisten Polypen röntgenologisch erkannt werden. Doch zeigt sich im Routinebetrieb, dass ein hoher Prozentsatz der Polypen, die kleiner als 10 mm sind, nicht diagnostiziert werden.

 
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Polypen

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Häufig gestellte Fragen

Der Grund liegt oft in einer nicht ausreichenden Darmreinigung, wobei verbliebene Stuhlreste nicht von anderen Veränderungen unterschieden werden können. Auch eine ausgeprägte Divertikulose erschwert die Diagnostik im ohnehin oft schwer einsehbaren Abschnitt vom Sigma zum Mastdarm.

Die endoskopische Untersuchung ermöglicht in den meisten Fällen eine genaue Diagnose. Einen entscheidenden Stellenwert nimmt die histologische Untersuchung ein. Die Polypen werden speziell bearbeitet und hauchdünn geschnitten. Danach werden diese Schnitte eingefärbt und mit einem hochauflösenden Mikroskop beurteilt. Die Histologie ermöglicht eine genaue Klassifikation der unterschiedlichen Polypen.

Neoplastische Polypen

Neoplastischen Polypen werden als Adenome bezeichnet. Sie entstehen durch ein umschrieben verstärktes Wachstum der Dickdarmzellen. So bildet sich lokal eine dichte Anhäufung von drüsigen Strukturen. Diese Zellen unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihrer Differenzierung von den normalen Schleimhautzellen; sie sind unreif und weisen unterschiedliche Grade von Atypien auf.

Grad 1: Adenom mit leichten Zellatypien
Grad 2: Adenom mit mäßigen Zellatypien
Grad 3: Adenom mit schweren Zellatypien

Die Graduierung korreliert mit direkt mit der Möglichkeit der malignen Entartung (Krebsentstehung). Eine dünne Muskelschicht (Muscularis mucosa) trennt die Schleimhaut von den darunterliegenden Darmwandschichten. Durchbrechen die atypischen Zellen der Schleimhaut diese Grenzschicht, dann sprechen wir von einem Karzinom.

70% der neoplastischen Polypen sind tubuläre Adenome, die von den Drüsen ausgehen. Zumeist sind sie gestielt und kommen in allen Darmabschnitten vor. Die statistische Entartungswahrscheinlichkeit liegt bei Polypen unter 10 mm bei 1%. Bei größeren Polypen kann das Risiko bis auf 50% ansteigen. Villöse Adenome machen 10% der neoplastischen Polypen aus und bestehen hauptsächlich aus schleimproduzierenden oberflächlichen Zellen. Villöse Adenome sind zumeist breitbasig, beetartig aufsitzend und finden sich oft im Enddarmabschnitt. Sie neigen in hohem Prozentsatz zum neuerlichen Wachstum nach unvollständiger Entfernung und haben ein Krebsrisiko von 20-40%.

Hyperplastische (metaplastische) Polypen

Diese lokale Schleimhauthyperplasie entsteht zumeist reaktiv, wobei die auslösende Ursache meist unbekannt ist. Hyperplastische Polypen sind zumeist klein (3-5mm), oft multipel vorkommend und in allen Darmabschnitten, zumeist jedoch im Enddarm lokalisiert. Hyperplastische Polypen sind immer gutartig!

Entzündliche Polypen (Pseudopolypen)

Entzündungen des Dickdarms führen reaktiv zur polypösen Veränderung der Schleimhaut. So werden Pseudopolypen beim Morbus Crohn, bei der Divertikulitis und bei 10% aller Colitis ulcerosa Patienten angetroffen.

Seltene Polypenformen finden sich bei Schwellung des unter der Schleihaut liegenden Lymphgewebes. Auch gutartige Fettgeschwülste können als Polypen imponieren. Selten, aber folgenschwer sind die meisten vererbten Polyposeformen (Adenomatosis coli, Gardner-Syndrom), die ein 100% Karzinomrisiko aufweisen.

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