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Die medikamentöse Therapie durch Venenpräparate wird durch die gefäßwandstärkende Wirkung dieser Medikamente (z.B. Daflon©) begründet. Die meisten Salbenpräparate wirken auf gleiche Weise lokal und sollen damit ein Abschwellen der Knoten bewirken. Eine Unzahl von Fertigprodukten und spezielle zubereitete Mixturen steht hier dem Patienten zur Auswahl. Bei bestehenden Ekzemen werden Salben und Cremen mit einem Cortisonzusatz empfohlen.
Wenn Salben nicht mehr helfen...
Bei dem Versagen konservativer Maßnahmen stellt sich die Indikation zu einem invasiven Vorgehen. Die Sklerosierung (Verödung) der Knoten mit Phenolmandelöl oder einer chininhältigen Lösung führt zu einer Vernarbung und Verkleinerung bei 1.-2.gradigen Hämorrhoiden. Für die gesamte Behandlung sind 2-4 Sitzungen in 1-4wöchigen Abständen erforderlich. Komplikationen sind selten und treten nur bei zu oberflächlichen oder zu tiefen Injektion auf.
Bei der Gummibandligatur wir ein kleiner Gummiring mit Hilfe eines speziellen Rektoskops um die Basis des Knotens gelegt. Nach ca. 7-10 Tagen fällt dieser Knoten ab und die Schleimhaut bleibt auf der Unterlage fixiert. Wenn nur die Basis des Knotens und damit keine empfindliche Haut gefasst wird, ist diese Behandlung absolut schmerzlos und für Hämorrhoiden 1.-3. Grades indiziert.
Vor allem bei kleineren blutenden Hämorrhoiden kann die Infrarotkoagulation angewendet werden. Durch die Strahlenapplikation entstehen lokal Temperaturen bis 100 Grad, wodurch die zuführenden Gefäße verschorft werden können. Üblicherweise werden in 1-2 Sitzungen 3-4 Stellen koaguliert.
Diese Behandlungsmethoden führen in 50-70% zur Symptomfreiheit, in den übrigen Fällen ist eine Zusatztherapie oder eine spätere Operation erforderlich. Die beschriebenen Verfahren sind deutlich weniger aufwendig und weniger schmerzhaft als der operative Eingriff.
Eine neue Behandlungsmethode ergibt sich durch den Einsatz der ultraschallgezielten Hämorrhoidalarterienlugatur. Die Behandlung ist zumeist ohne Narkose möglich und ermöglicht eine genaue Identifikation der zu den Knoten führenden Arterien, sodass eine sichere Unterbindung möglich wird.
Grosse Hämorrhoiden werden zumeist operiert
In Vollnarkose oder mit einem tiefen Kreuzstich werden die Knoten reseziert und die versorgenden Gefäße unterbunden. Oft resultiert eine offene Wunde am Anus, die selbstständig abheilt. Ein Krankenhausaufenthalt für 1-2 Tage wird dem Patienten angeraten, da die postoperative Schonung wesentlich zur Heilung beiträgt. Die weitere Nachbehandlung betrifft die Stuhlregulierung (z.B. mit Paraffinöl) sowie die sorgfältige Waschung mit angenehm temperierten Wasser nach jedem Stuhlgang.
Komplikationen sind selten. Allerdings klagen die Patienten in den ersten postoperativen Tagen, vor allem aber nach dem Stuhlgang über lokale Schmerzen, die medikamentös oder mit lokal anästhesierenden Salben behandelt werden müssen. Blutige Abgänge bestehen gelegentlich bis zu 3 Wochen nach der Operation. In 5% der Fälle kommt es zu einem Rezidiv, allerdings in 25% zu einer Feinkontinenzstörung, wodurch sich die zurückhaltende Indikationsstellung zur Operation erklärt.
Das Lifting der Analschleimhaut
Im Gegensatz dazu sieht sich die neue Operationsmethode nach Longo eher als eine Operation des unteren Mastdarmes mit einer manschettenförmigen Entfernung der untersten Schleimhaut. Dadurch werden die zuführenden Hämorrhoidalarterien unterbunden und die vorfallenden Hämorrhoidenpolster hinter den Schließmuskel zurückverlagert. Die empfindliche Haut am Ausgang wird geschont, die postoperativen Schmerzen sind geringer und die Feinkontinenz ungestört. Als Komplikation muss auf Nachblutungen hingewiesen werden, die gegebenenfalls einen weiteren operativen Eingriff erforderlich machen. Rezidive nach dieser Methode sind häufiger, Komplikationen selten, aber wenn sie auftreten, zumeist schwerwiegend (Fistelbildung zur Scheide oder in das umgebende Gewebe).
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